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Die DNA des Stahls: ein Ratgeber zu SG2-Pulverstahl

SG2, auch bekannt als Super Gold 2, ist ein japanischer Pulverstahl aus der Gruppe der sogenannten »Superstähle«. Er wird auf etwa 64 HRC gehärtet und hält eine scharfe Schneide länger als herkömmlich erzeugter Messerstahl. Die Erklärung liegt in seiner Herstellung: der Pulvermetallurgie.

Lesezeit
4Min.
Abschnitte
6
Aktualisiert
16.10.2026
Thunfisch wird mit einem Shōjin Kashi Kochmesser mit Eichengriff auf einem Holzbrett geschnitten

Im Ratgeber erwähnt

In diesem Ratgeber6 Abschnitte
  1. Pulvermetallurgie: So entsteht der Stahl
  2. Chemische Zusammensetzung: viel Kohlenstoff, dazu Vanadium
  3. Wärmebehandlung und Härte
  4. SG2 in der Praxis: vier Eigenschaften
  5. SG2 unter den Stählen unserer Messer
  6. Wann ist SG2 die richtige Wahl?

Der Stahl wurde für einen einzigen Zweck entwickelt: eine Schneidleistung, die anhält. Wir verwenden SG2 als Kern in unserer Topserie, Shōjin Kashi. Hier gehen wir die Technologie dahinter und die chemische Zusammensetzung durch und zeigen, was das bedeutet, wenn das Messer im Einsatz ist.

Pulvermetallurgie: So entsteht der Stahl

Um SG2 zu verstehen, musst du den Prozess dahinter kennen: die Pulvermetallurgie. Herkömmliche Stähle wie VG-10 und 5Cr15MoV beginnen als flüssige, geschmolzene Masse, die in Blöcke gegossen wird. SG2 beginnt als ultrafeines Pulver.

Herkömmlicher Stahl wird geschmolzen und in Blöcke gegossen, Pulverstahl wie SG2 dagegen geschmolzen, zu Pulver verdüst und unter hohem Druck und großer Hitze zu einem vollständig dichten Stück Stahl gesintertHERKÖMMLICHER STAHLPULVERSTAHL WIE SG2Flüssige LegierungIn Blöcke gegossen1 · SchmelzenDie Legierung schmilzt2 · VerdüsenDie Schmelze wird zufeinem Pulver verdüst3 · SinternBei hohem Druck undgroßer Hitze verpresst4 · Dichter Stahl100 % dicht, Karbidegleichmäßig verteiltHerkömmlicher Stahl wird geschmolzen und in Blöcke gegossen, Pulverstahl wie SG2 dagegen geschmolzen, zu Pulver verdüst und unter hohem Druck und großer Hitze zu einem vollständig dichten Stück Stahl gesintertHERKÖMMLICHER STAHLPULVERSTAHL WIE SG2Flüssige LegierungIn Blöcke gegossen1 · SchmelzenDie Legierung schmilzt2 · VerdüsenDie Schmelze wird zufeinem Pulver verdüst3 · SinternBei hohem Druck undgroßer Hitze verpresst4 · Dichter Stahl100 % dicht, Karbidegleichmäßig verteilt
Jedes Pulverkorn hat dieselbe Zusammensetzung. Deshalb sind die Karbide im fertigen Stahl gleichmäßig verteilt.

Die flüssige Legierung wird unter Druck zu einem mikroskopisch feinen Pulver verdüst, in dem jedes einzelne Korn genau dieselbe chemische Zusammensetzung hat. Danach wird das Pulver unter extrem hohem Druck und großer Hitze verpresst – ein Vorgang, der Sintern heißt –, bis es zu einem zu 100 % dichten Stück Stahl verschmolzen ist.

Das Ergebnis ist ein ungewöhnlich reiner und homogener Stahl, in dem alle Elemente und Karbide gleichmäßig über das ganze Gefüge verteilt sind. Diese homogene Mikrostruktur erklärt, was SG2 kann.

Chemische Zusammensetzung: viel Kohlenstoff, dazu Vanadium

Mit Pulvermetallurgie lassen sich Legierungen mit einem sehr hohen Anteil an Elementen herstellen, die sich bei der herkömmlichen Stahlerzeugung nicht beherrschen lassen. Die Zusammensetzung von SG2 zeigt das:

Kohlenstoff
ca. 1,25–1,45 %
Chrom
ca. 14,0–16,0 %
Molybdän
ca. 2,3–3,3 %
Vanadium
ca. 1,8–2,2 %
  • Kohlenstoff: Ein sehr hoher Kohlenstoffgehalt, durch den sich der Stahl auf eine sehr hohe Härte bringen lässt.
  • Chrom: Macht den Stahl vollständig rostfrei, sodass er auch in einer anspruchsvollen Küche besteht.
  • Molybdän: Trägt zu Festigkeit und Zähigkeit bei und hilft, harte Karbide zu bilden.
  • Vanadium: Die entscheidende Zutat in SG2. Es bildet sehr harte Vanadiumkarbide – sie sind der Hauptgrund für die Verschleißfestigkeit des Stahls.

Wärmebehandlung und Härte

Ein Pulverstahl wie SG2 verlangt eine sehr präzise Wärmebehandlung. Das Ziel ist eine Härte von ca. 64 HRC, ohne dass der Stahl zu viel Zähigkeit verliert. Diese Balance entscheidet über die Qualität eines Messers der Serie Shōjin Kashi.

Dunkler Klingenrücken und Damastmuster des Shōjin Kashi Kochmessers, Nahaufnahme
Shōjin Kashi: Kern aus SG2-Pulverstahl in 67 Lagen Damast, gehärtet auf ca. 64 HRC.
Achteckiger Griff aus Eiche mit Stahlring am Shōjin Kashi Kochmesser, von der Seite
Achteckiger Griff, erhältlich in Eiche oder Walnuss.

SG2 in der Praxis: vier Eigenschaften

Hältst du ein SG2-Messer in der Hand, spürst du die Technologie an vier konkreten Dingen:

  • Sehr lange Schnitthaltigkeit: Hier ist SG2 am stärksten. Die vielen winzigen, harten und gleichmäßig verteilten Karbide sorgen für eine Verschleißfestigkeit, mit der herkömmlicher Stahl nicht mithalten kann. In der Praxis bleibt das Messer sehr lange scharf, auch im professionellen Einsatz.
  • Hohe Härte und feine Schnitte: Mit ca. 64 HRC kann die Klinge einen sehr spitzen, stabilen Schleifwinkel halten. Das ergibt saubere Schnitte, die durch die Zutaten gleiten, ohne sie zu quetschen.
  • Hohe Korrosionsbeständigkeit: SG2 ist für Leistung gemacht, aber trotzdem unkompliziert im Alltag. Der hohe Chromgehalt macht den Stahl sehr rostbeständig.
  • Anspruchsvolles Schleifen: Die Verschleißfestigkeit hat eine Kehrseite: Der Stahl widersteht auch dem Schleifstein. Einer SG2-Klinge eine neue Schneide zu geben, braucht Geduld und gute Ausrüstung wie keramische Schleifsteine oder Diamantsteine. Dafür musst du es nur selten tun.
Ein Shōjin Kashi Kochmesser schneidet Lachs auf einem Holzbrett in Scheiben
Eine harte, dünne Schneide schneidet sauber: Die Klinge gleitet durch den Lachs, ohne ihn zu quetschen.

SG2 unter den Stählen unserer Messer

Vergleichen wir SG2 mit den anderen Stählen in unserem Sortiment, ist die technologische Reihenfolge klar. Classic aus 5Cr15MoV liegt bei ca. 56 HRC, die Shōjin-Serien aus 10Cr15CoMoV und VG-10 bei ca. 62 HRC und Shōjin Kashi aus SG2 bei ca. 64 HRC.

Die HRC-Skala von 55 bis 66 mit den Messern von Viretta: Classic aus 5Cr15MoV ca. 56, Shōjin Suna, Aira, Taru, Kaku und Akari aus 10Cr15CoMoV und VG-10 ca. 62, Shōjin Kashi aus SG2 ca. 64 HRC555657585960616263646566Classic5Cr15MoV · ca. 56 HRCShōjin Suna, Aira, Taru, Kaku und Akari10Cr15CoMoV und VG-10 · ca. 62 HRCShōjin KashiSG2 · ca. 64 HRCDie HRC-Skala von 55 bis 66 mit den Messern von Viretta: Classic aus 5Cr15MoV ca. 56, Shōjin Suna, Aira, Taru, Kaku und Akari aus 10Cr15CoMoV und VG-10 ca. 62, Shōjin Kashi aus SG2 ca. 64 HRC555860626466Classic5Cr15MoVca. 56 HRCShōjin Suna, Aira, Taru,Kaku und Akari10Cr15CoMoV und VG-10ca. 62 HRCShōjin KashiSG2 · ca. 64 HRC
Shōjin Kashi aus SG2 ist das härteste unserer Messer. Die übrigen Shōjin-Serien liegen bei ca. 62 HRC.

SG2 im Vergleich zu VG-10

Der Klassiker und der Spezialist. VG-10 ist der vielseitige Stahl, auf herkömmliche Weise erzeugt. SG2 ist der Hightech-Nachfolger, der mit Pulvermetallurgie die Grenze für eine bestimmte Eigenschaft verschiebt: die Schnitthaltigkeit.

VG-10, wie wir ihn in unserer Serie Shōjin Taru verwenden, ist die ausgewogene Wahl. SG2 in der Serie Shōjin Kashi ist für dich, wenn du die Schärfe willst, die am allerlängsten hält.

Willst du mehr über die HRC-Werte wissen? Zum Ratgeber: Rockwell-Skala

Wann ist SG2 die richtige Wahl?

SG2 zeigt, was moderne Werkstoffwissenschaft kann: eine Schnitthaltigkeit, die herkömmlich erzeugter Stahl nicht erreicht. Das macht SG2 zur Wahl, wenn die Schneide so lange wie möglich halten soll.

Darum verwenden wir japanischen SG2-Pulverstahl in Shōjin Kashi, gehärtet auf ca. 64 HRC – ein Messer für engagierte Köche, Enthusiasten und Sammler.

Messer mit Kern aus SG2-Pulverstahl ansehen: Shōjin Kashi